SYNTHETISCHES CANNABIS: GESCHICHTLICHER HINTERGRUND

Synthetisches Cannabis tauchte unter dem Namen „Spice“ zum ersten Mal 2004 in Europa auf. Substanzen, die zur Herstellung von synthetischem Cannabis verwendet werden, wurden allerdings schon vor Jahrzehnten zu Forschungszwecken entwickelt. Dazu gehören:

  • CP 47,497, nach Charles Pfizer von Pfizer Pharmaceuticals benannt, in den 80er-Jahren zu wissenschaftlichen Forschungszwecken entwickelt.
  • HU-210, nach der hebräischen Universität Jerusalems benannt, wo es 1988 zum ersten Mal entwickelt wurde. Es wirkt 100 bis 800 Mal stärker als natürliches THC (der bewusstseinsverändernde Bestandteil von Marihuana).5
  • JWH-018 und weitere aus der JWH-Reihe, nach Professor John W. Huffman von der Clemson Universität in South Carolina benannt, 1995 entwickelt.

2010 machte die amerikanische Drogenbehörde von der Notstandsermächtigung Gebrauch, um diese Substanzen zu untersagen und 2012 wurde ein Gesetz verabschiedet, durch das die in synthetischem Cannabis vorkommenden Stoffe endgültig verboten wurden.

Im Untergrund arbeitende Chemiker entwickelten daraufhin neue experimentelle Drogen – UR-144 und XLR11 – welche die Wirkungen von Cannabis nachahmen, um die Substanzen zu ersetzen, die verboten worden waren. 2013 wurden UR-144 und XLR11 als illegal erklärt, doch war bereits eine neue Generation von synthetischem Cannabis aufgetaucht. Es geht nicht darum, ob diese Drogen legal sind oder nicht. Studien zeigen, dass sie toxisch und gefährlich sind.

Es gibt bislang mehr als hundert verschiedene Variationen von synthetischem „Cannabis“. Da der chemische Inhalt sich ständig verändert, wissen Käufer nie, welche Wirkung die Drogen auf den Körper haben.6